Kein Billiger Strom aus Wind und Sonne für Konsumenten?

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Der starke Ausbau von Windkraftanlagen und Photovoltaik führte zu massiven Einbrüchen der Preise an den internationalen Strombörsen. Vor allem der starke Ausbau des Sonnenstroms in Deutschland löste einen wahren Preisrutsch aus – rund 20 Prozent ging es in den letzten Jahren nach unten. Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof zieht daher eine zufriedene Bilanz: „Ökostrom senkt den Strompreis.“ Woran das liegt ist rasch erklärt. Tagsüber ist der Energiebedarf am größten, gerade da liefern die Photovoltaikanlagen den meisten Strom. Teurere Gaskraftwerke können da nicht mithalten. Der Strompreis sinkt.

 

Industrie profitiert doppelt - Haushalte gar nicht.

 

Getrübt wird die Bilanz jedoch dadurch, dass die günstigen Preise nicht bei den Haushalten ankommen. Freuen dürfen sich vor allem die Großverbraucher in der Industrie. Die Energieversorger geben die gesunkenen Preise nicht an die Haushaltskunden weiter. Viele Unternehmen hingegen handeln mit den günstigen Börsenkursen im Rücken ihren Stromlieferanten günstigere Tarife ab. Zudem ist für energieintensive Unternehmen der Beitrag zum Ökostromausbau gedeckelt. „Die Haushalte tragen einen relativ großen Anteil der Kosten ohne von den niedrigen Strompreisen zu profitieren. Die Industrie profitiert hingegen doppelt: Für sie sind die Ausbaukosten gedeckelt und sie zahlen auch noch weniger für den Strom“, prangert Westerhof an.

 

Gesunkene Preise an Haushalte weitergeben.

 

„Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte: Eine breite Mehrheit der Menschen will, dass dieser Weg fortgesetzt wird - das zeigte zuletzt das Ergebnis der Wiener Volksbefragung zu Bürger-Solarkraftwerken. In Deutschland zeigt eine aktuelle Umfrage, dass 75 Prozent der Befragten einen ungedrosselten Erneuerbaren-Ausbau fordern, dass sich allerdings die Industrie stärker als bisher an den Kosten beteiligen soll“, so der Greenpeace-Energiesprecher.

 

Jedoch seien zwei Faktoren entscheidend, damit die Unterstützung der Bevölkerung erhalten bleibe. "Erstens müssen die Energieversorger die niedrigeren Preise an die Haushaltskunden weitergeben, zweitens darf die Industrie nicht gleich zweimal bevorzugt behandelt werden", fordert Westerhof abschließend.
 

geändert am 06.07.2015