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Die Nutzung von Agrotreibstoffen als Maßnahme für den Klimaschutz wird weltweit forciert. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes von Biomasse sind aber zuneh-mend Gegenstand wissenschaftlicher, politischer und öffentlicher Diskussionen. Für die Forcierung von Agrotreibstoffen sprechen Argumente wie die Einsparung von CO2-Emissionen durch die Verwendung von Biomasse, eine verringerte Abhängigkeit von den Importen fossiler Energieträger und ein zusätzliches Einkommen für die Landwirte und ländliche Regionen. Die großtechnische Verwertung landwirtschaftlicher Produkte zur Energiegewinnung birgt aber auch eine Reihe von Risiken. So wird eine Intensivierung der Landwirtschaft befürchtet, mit negativen Auswirkungen z.B. auf den Wasserhaushalt und die Bodenfruchtbarkeit, aber auch auf den Naturschutz. In globalen Zusammenhängen werden die Abholzung von Regenwäldern und die Verstärkung sozialer Ungerechtigkeit als drohende Gefahren einer verstärkten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten gesehen. Das ÖKOBÜRO hat sich im Rahmen eines vom BMLFUW geförderten Projektes ein Jahr lang intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. In einer Reihe von Veranstaltungen diskutierten VertreterInnen der Landwirtschaft, Industrie, Verwaltung, Politik und der NGOs über die Vor- und Nachteile von Argotreibstoffen. Neben der Veranstaltungsreihe wurde auch inhaltlich zu den Fragen gearbeitet, wie die Forcierung von Agrotreibstoffen aus ökologischer und sozialer Sicht zu bewerten ist und unter welchen Rahmenbedingungen potenzielle negative Folgen von Agrotreibstoffen vermieden werden können. Die Schwerpunkte dieser Kurzstudie liegen in der Dokumentation bestehender Ansätze zur Erstellung von Kriterien für eine nachhaltige Nutzung von Agrotreibstoffen sowie in den daraus ableitbaren Schlussfolgerungen für mögliche weitere Vorgehensweisen aus österreichischer Perspektive. In der vorliegenden Kurzstudie Nachhaltigkeitskriterien für Agrotreibstoffe werden zentrale Fragen in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Produktion von Agrotreibstoffen diskutiert, wie die vorhandenen Flächenpotenziale, die Effekte für den Klimaschutz und auch andere ökologische Auswirkungen wie z.B. auf die Biodiversität, Boden und Wasser. Auch soziale Fragen werden angesprochen. Aufbauend auf die Darstellung dieses Diskurses werden internationale Bestrebungen zur Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für die Biomasseproduktion vorgestellt. Hier werden die Zugänge sowohl europäischer Initiativen (ECOFYS, Cramer) als auch ein brasilianischer Ansatz (FBOMS) und internationale Stakeholder-Prozesse (Roundtable on Sustainable Biofuels, Roundtable on Sustainable Palm Oil) dargestellt. Es werden zentrale Problemfelder für eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung identifiziert. Auf Basis der Erkenntnisse aus dem Stand des Wissens, der aktuellen Diskussion in Österreich und den internationalen Erfahrungen für die Nachhaltigkeits-Zertifizierungen werden Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen für die Situation in Österreich abgeleitet. Im diesem Zusammenhang wird ersichtlich, dass integrierte Ansätze in der Energie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Umweltpolitik notwendig sind, um die Herausforderungen einer Trendwende in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung meistern zu können. Download: Kurzstudie - Nachhaltigkeitskriterien für Agrotreibstoffe"
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