GB: Durchbruch für Strom aus Meeresenergie

Großbritannien hat das höchste Potential an Meeresenergie in Europa und will 2035 20 Prozent seiner Elektrizität aus Strömungs- und Wellenkraftwerken beziehen – als Grundlast wohlgemerkt. Während letztere Technologie jedoch noch mit vielen Problemen zu kämpfen hat, stehen die Strömungskraftwerke vor dem Durchbruch.

 

The Crown Estate, die Verwalterin des staatlichen Immobilienbesitzes, hat bislang knapp 40 Küstenabschnitte verpachtet, an denen nun Strömungskraftwerke mit einer Leistung von mehr als 1.800 MW errichtet werden. So entsteht etwa zwischen der Insel Stroma und der nordöstlichen Spitze Schottlands auf 3,5 km² ein Unterwasser-Park, welcher die starken Strömungen in diesem natürlichen Kanal ausnutzt. Sobald im Juli 2014 die Netzanbindung fertig gestellt ist, können die ersten Turbinen zu je 1,4 MW in Betrieb gehen. Im Vollausbau 2020 sollen die Propeller der Anlage nicht weniger als 398 MW an Leistung bringen. Doch das ist nur der Anfang. Laut Studien besitzen die Briten ein Strömungspotential von bis zu 30.000 MW.

 

Wie jede neue Technologie kämpfen auch Strömungskraftwerke noch mit den Kosten. Damit sie zu anderen Kraftwerkstypen konkurrenzfähig werden, müssen die Kosten von derzeit rund 110 €/MWh noch um 50 bis 75 Prozent fallen. Aber angesichts der Preisentwicklung der letzten Jahre bei Windkraft und Photovoltaik ist das auch bei den Strömungskraftwerken wohl nur eine Frage der Zeit.

 

Weiterführende Links:

Artikel auf renewableenergyworld.com.

Download: Wave and Tidal Energy in the UK.
 

geändert am 12.08.2015