Jahresprojekt 2008 "Ist weniger mehr? - Energieverbrauch und zukunftsfähige Entwicklung"
Die beste Energie ist die, die nicht gebraucht wird!
Sigmar Gabriel, DeutscherBundesumweltminister
Die Forderung nach Verbrauchsreduktion und effizienterer Nutzung von Energie ist keineswegs neu und steht seit mindestens 15 Jahren bei allen Umweltschutz-Debatten im Raum.
Das Thema Energieeffizienz steht selbstverständlich auch im Mittelpunkt der nationalen wie der gemeinsamen europäischen Energie- und Klimapolitiken.
In den Mitteilungen der Europäischen Kommission zur neuen Energiepolitik für Europa vom 10.Jänner 2007 wird folgendes grundlegende Ziel festgehalten (KOM(2007) 1 endg.): Die Senkung der durch den Energieverbrauch inder EU bedingten Treibhausgas¬emissionen um 20% bis zum Jahr 2020.
Damit in Verbindung stehen Ziele wie die Einschränkung der Importabhängigkeit der EU, die Förderung von Beschäftigung und Wachstum in Europa sowie die Gewährleistung einer sicheren und erschwinglichen Energieversorgung für alle Verbraucher. Ein weiters Ziel der EU lautet, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 um 20% zu verbessern. (Energie für eine Welt im Wandel, Hrsg. EK, GD Energie und Verkehr)
Seit Mai 2006 ist die EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen in Kraft (2006/32/EG). Sie gibt den EU-Mitgliedstaaten 9% Einsparungs-Ziel innerhalb von neun Jahren vor. Im Aktionsplan Energieeffizienz werden mehr als 75 Maßnahmen vorgestellt, mit denen bis 2020 20% weniger Energie verbraucht werden soll.
Österreich hat seinen nationalen Aktionsplan zu Energieeffizienz im Juni 2007 vorgelegt und bezieht sich darin stark auf die Kapitel zu Energieeffizienz, Energie sparen, Einsatz von Erneuerbarer Energie im eigenen Regierungsprogramm 2007 (Regierungsprogramm für die XXIII.Gesetzgebungsperiode (2007 2010)) und auf die Umsetzung der 2007 in Kraft getretenen Nationalen Klimastrategie.
Es existieren auch in einzelnen Politikbereichen gesetzliche Rahmenbedingungen wie z.B. die Gebäuderichtlinie (2002/91/EG über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden), die Energieausweise mit Ablaufdatum für die Errichtung, Vermietung oder den Verkauf von Gebäuden vorsieht.
Die aktuelle Entwicklung in Österreich zeigt trotz der zahlreichen Zielsetzungen einen Trend in Richtung noch mehr Verbrauch und legt den Schluss nahe, dass ein grundlegendes Umdenken in der zukünftigen Energiepolitik notwendig sein wird. Erschwerend für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen wirkt die Tatsache, dass die Wirtschafts- Umwelt- und Sozialpolitik bereits so eng miteinander verzahnt sind, dass ein isoliertes Angehen einzelner Teilbereiche nicht die notwendige Wirkung entfalten kann.
Das ÖKOBÜRO will die Spannungsfelder, die mit einer Reduktion des Energieverbrauchs in Verbindung stehen, in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung rücken. Es soll der Diskurs intensiviert und mehr Bewusstsein gerade in Hinblick auf Stolpersteine und scheinbare Gegensätze geschaffen werden, um eine zukunftsfähige Energiepolitik vorantreiben zu können.
In den heurigen Diskussionsveranstaltungen des ÖKOBÜROs werden genau jene Spannungsfelder näher beleuchtet. Es werden soziale Aspekte angesprochen, Fragen zum Lebensstil auf individueller Ebene gestellt, der Wirtschaftsmotor Wachstum kritisch betrachtet und die naturgesetzlichen Rahmenbedingungen unseres Planeten Erde ins Spiel gebracht. Es werden dabei vor allem Barrieren in der Umsetzung ins Bewusstsein gerückt und positive Lösungsansätze aufgezeigt,wie der Weg in eine zukunftsfähige Energiepolitik zügiger beschritten werden kann.
geändert am 03.09.2008