Im politischen und wirtschaftlichen Tagesgeschäft stehen heute die Wirtschafts- und die Finanzkrise und vor allem um deren rasche Bewältigung im Vordergrund. Mit der Konzentration auf kurzfristig wirksame Feuerwehr-Maßnahmen wie Banken- und Konjunkturpakete dürfen wir uns aber nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass die Welt vor weit größeren Herausforderungen steht: Der rapid fortschreitende Klimawandel bedroht zusehends das Wohl und das Überleben der ErdenbürgerInnen, die globalen Ungleichheiten zwischen Nord und Süd aber auch innerhalb der Industriestaaten werden durch die Wirtschaftskrise noch verschärft, die steigende Politikverdrossenheit schwächt die Legitimität der nationalen Demokratien und besonders der EU, durch den drohenden Kontrollverlust werden Menschen- und Bürgerrechte eingeschränkt.
Um die anstehenden Probleme zu lösen, bedarf es langfristiger Strategien, welche unterschiedliche Politikfelder wie Umwelt, Wirtschaft und Soziales integrieren. Diese gibt es zwar zumindest Ansatzweise (z.B. Nachhaltigkeits-Strategie, Kyoto-Protokoll, Milleniums-Ziele, etc.), ihre Umsetzung erfolgt aber nicht bzw. nicht konsequent genug. Die Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Notmaßnahmen scheinen nun zusätzlich als willkommene Ausrede missbraucht zu werden, um sich diesen lästigen längerfristigen Verpflichtungen entziehen zu können.
Um die Krisen wirklich langfristig und nachhaltig bewältigen zu können, müssen Entwicklungspfade beschritten werden, welche ökologisch und sozial tragfähig sind. Es gilt, sich aus der Hilflosigkeit, gefangen in festgefahrenen Strukturen und Systemen, zu befreien, und das Engagement und den Einsatz der Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen, von der Politik über die Wissenschaft, Wirtschaft bis zur Zivilgesellschaft zu bündeln ums sich den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können.
Besonders wichtig erscheint die Verschränkung von ökologischen und sozialen Zielsetzungen. Vorschläge zur sozialen und zur ökologischen Krisenbewältigung gibt es viele, die Diskussions- bzw. Erkenntnisprozesse laufen derzeit aber parallel und fast ohne jede Beziehung zueinander ab. Häufig werden soziale Anliegen (z.B. Arbeitsplätze, niedrige Energiepreise) sogar in einem Gegensatz zu ökologischen Anliegen (z.B. Verringerung des Ressourcenverbrauches, Klimaschutz) gesehen.
Was wir dringend brauchen ist eine engere Verknüpfung von Umwelt- und Sozialpolitik mit integrativ denkenden und handelnden AkteurInnen auf politischer Ebene genau so wie auf wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene.
Mit dem Arbeitsschwerpunkt 2009 UMwelt SOzial BESSER setzt das ÖKOBÜRO gemeinsam mit der Armutskonferenz auf zivilgesellschaftlicher Ebene einen wichtigen Schritt: Die bisher eher punktuelle Zusammenarbeit zwischen Umwelt-NGOs und sozialen AkteurInnen wird intensiviert. Es wird ein grundlegender, inhaltlicher Austausch ermöglicht mit dem Ziel, gemeinsame Sichtweisen zu entwickeln und auf dieser Basis eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit vernetztem Denken und Handeln zu ermöglichen.
Am Projekt mitarbeitende Organisationen:
Mitgliedsorganisationen des ÖKOBÜROs
Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz
Plattform Footprint
Was wollen wir mit diesem Projekt erreichen:
Klima / Energie / Ernährung / Gesundheit / Mobilität / Bildung
Migration / Arbeitsmarkt / Verteilungsgerechtigkeit
Die Ergebnisse werden in einer gemeinsamen Publikation präsentiert.
geändert am 15.02.2010