Jahresprojekt 2009 "UMwelt SOzial BESSER" - Umwelt- und Sozialpolitik besser verknüpfen

 

 

  

 

                                     

 

                   


Im politischen und wirtschaftlichen Tagesgeschäft stehen heute die Wirtschafts- und die Finanzkrise und vor allem um deren rasche Bewältigung im Vordergrund. Mit der Konzentration auf kurzfristig wirksame „Feuerwehr-Maßnahmen“ wie Banken- und Konjunkturpakete dürfen wir uns aber nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass die Welt vor weit größeren Herausforderungen steht: Der rapid fortschreitende Klimawandel bedroht zusehends das Wohl und das Überleben der ErdenbürgerInnen, die globalen Ungleichheiten zwischen Nord und Süd aber auch innerhalb der Industriestaaten werden durch die Wirtschaftskrise noch verschärft, die steigende Politikverdrossenheit schwächt die Legitimität der nationalen Demokratien und besonders der EU, durch den drohenden Kontrollverlust werden Menschen- und Bürgerrechte eingeschränkt.

Um die anstehenden Probleme zu lösen, bedarf es langfristiger Strategien, welche unterschiedliche Politikfelder wie Umwelt, Wirtschaft und Soziales integrieren. Diese gibt es zwar zumindest Ansatzweise (z.B. Nachhaltigkeits-Strategie, Kyoto-Protokoll, Milleniums-Ziele, etc.), ihre Umsetzung erfolgt aber nicht bzw. nicht konsequent genug. Die Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Notmaßnahmen scheinen nun zusätzlich als willkommene Ausrede missbraucht zu werden, um sich diesen lästigen längerfristigen Verpflichtungen entziehen zu können.

Um die Krisen wirklich langfristig und nachhaltig bewältigen zu können, müssen Entwicklungspfade beschritten werden, welche ökologisch und sozial tragfähig sind. Es gilt, sich aus der Hilflosigkeit, gefangen in festgefahrenen Strukturen und Systemen, zu befreien, und das Engagement und den Einsatz der Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen, von der Politik über die Wissenschaft, Wirtschaft bis zur Zivilgesellschaft zu bündeln ums sich den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können.

Besonders wichtig erscheint die Verschränkung von ökologischen und sozialen Zielsetzungen. Vorschläge zur sozialen und zur ökologischen Krisenbewältigung gibt es viele, die Diskussions- bzw. Erkenntnisprozesse laufen derzeit aber parallel und fast ohne jede Beziehung zueinander ab. Häufig werden soziale Anliegen (z.B. Arbeitsplätze, niedrige Energiepreise) sogar in einem Gegensatz zu ökologischen Anliegen (z.B. Verringerung des Ressourcenverbrauches, Klimaschutz) gesehen.

Was wir dringend brauchen ist eine engere Verknüpfung von Umwelt- und Sozialpolitik mit integrativ denkenden und handelnden AkteurInnen – auf politischer Ebene genau so wie auf wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene.

Mit dem Arbeitsschwerpunkt 2009 „UMwelt SOzial BESSER“ setzt das ÖKOBÜRO gemeinsam mit der Armutskonferenz auf zivilgesellschaftlicher Ebene einen wichtigen Schritt: Die bisher eher punktuelle Zusammenarbeit zwischen Umwelt-NGOs und sozialen AkteurInnen wird intensiviert. Es wird ein grundlegender, inhaltlicher Austausch ermöglicht mit dem Ziel, gemeinsame Sichtweisen zu entwickeln und auf dieser Basis eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit vernetztem Denken und Handeln zu ermöglichen.

 

Am Projekt mitarbeitende Organisationen:

 

Mitgliedsorganisationen des ÖKOBÜROs

Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz

Plattform Footprint 

 

 

Was wollen wir  mit diesem Projekt erreichen:

 

  • Gemeinsam machen wir die Zusammenhänge zwischen ökologischen und sozialen Anliegen im Bereich Umwelt und Soziales sichtbar.

 

  • Wir bearbeiten gesellschaftlich relevante Themenfelder aus ökologischer und sozialer Perspektive und erarbeiten gemeinsame Sichtweisen. Themen sind dabei:

 

Klima / Energie / Ernährung / Gesundheit / Mobilität / Bildung

Migration / Arbeitsmarkt / Verteilungsgerechtigkeit

 

Die Ergebnisse werden in einer gemeinsamen Publikation präsentiert.

 

  • Wir verbessern die Zusammenarbeit der Umwelt- mit den sozialen Organisationen und legen die Basis für eine dauerhafte Kooperation.

 

  • Aus der inhaltlichen Auseinandersetzung leiten wir gemeinsam konkrete (sozial- und umweltpolitische) Maßnahmenvorschläge & Forderungen ab.

 

  • Im Rahmen einer Konferenz diskutieren wir die Ergebnisse mit der interessierten Öffentlichkeit

 

geändert am 15.02.2010