Konferenz-Vorankündigung: Der Ökostrommarkt

Foto: ÖKOBÜRO

Ökostrom boomt in Österreich und Deutschland und macht indirekt Strom an den Börsen so billig wie schon lange nicht. Was Großabnehmer freut, bereitet dem Klimaschutz paradoxerweise Probleme, denn gleichzeitig steigt der CO2-Ausstoß im deutsch-österreichischen Marktgebiet.

 

Der extrem niedrige Marktwert von Strom trifft aber auch die Ökostromerzeuger. Denn die Preisbildung nur über Auktionen der variablen Grenzkosten (Merit Order) stellt Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik vor ein großes Problem. Diese haben zwar extrem niedrige Grenzkosten, weil sie keine Brennstoffe benötigen, aber dafür im Verhältnis hohe Fixkosten, die sie aus der Differenz von Marktpreis und eigenen Grenzkosten abdecken müssen. Anlagen, die keine Förderung bekommen, sind so kaum rentabel zu betreiben.

 

Schuld an dieser Misere sind Kohlekraftwerke, die ebenfalls immer mehr Strom produzieren. Kohle ist zwar schmutziger als Gas, aber dafür viel billiger. Kohlekraftwerke erhöhen damit einerseits die CO2-Belastung und unterbieten andererseits die Gaskraftwerke in den Auktionen. Bei hoher Ökostromproduktion kommt daher kein Gaskraftwerk mehr zum Zug und ein Kohlekraftwerk gibt dann für alle einen wesentlich niedrigeren Marktpreis vor, als dies bei laufenden Gaskraftwerken der Fall wäre. In Folge stehen nicht nur die Gaskraftwerke still, sondern auch die Ökostromanlagen können kaum ihre Fixkosten abdecken. Werden sie dauerhaft stillgelegt und gelingt es gleichzeitig nicht, das CO2-Problem zu lösen, könnte das ein herber Rückschlag auf dem Weg zu einem nachhaltigen und sauberen Stromsystem sein.

 

Auf Einladung von ÖKOBÜRO und mit Unterstützung

des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich

diskutieren hochrangige Experten Lösungsansätze.

 

 

Der Ökostrommarkt

18. November 2014, 9.15 bis 13 Uhr
Naturhistorisches Museum Wien

 

Das Programm folgt in Kürze.

geändert am 20.07.2015