Innovation: Nordsee-Pumpspeicher für Windkraft

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Wohin mit den Überschüssen aus Windkraft und Photovoltaik? Mutter Natur versorgt manche Länder Europas zeitweise schon mit mehr Ökostrom als Verbrauch besteht. Um diese saubere Energie nicht zu verlieren, fordern manche den massiven Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen. Doch die traurige Wahrheit ist: Es wird nicht reichen, selbst wenn das letzte Bergtal Mitteleuropas mit einer Staumauer versehen wird!

 

Daher forschen Unis und Industrie vielerorts an neuen Speichertechniken, die das Problem beheben sollen, ohne die Natur zu zerstören. Einen interessanten Ansatz wählt nun Belgien. Nach seinem Atomausstieg setzt das Land zukünftig verstärkt auf Windparks in der Nordsee. Belgiens Nordsee-Ministerium plant nun drei Kilometer vor der Küste ein eigenes Pumpspeicherkraftwerk. Damit müssen die Windräder bei Überschüssen nicht abgeschaltet oder der Strom quer durch Europa zu Pumpspeichern in den Alpen oder in Norwegen geleitet werden.

 

Der Speicher besteht aus einer künstlichen Insel mit einem großen Loch als Auffangbecken in der Mitte. Fehlt es Belgien an Strom, schießt Meerwasser durch Turbinen in das Auffangbecken und erzeugt Energie – produzieren die Windräder hingegen Überschüsse, pumpt man das Loch leer und macht das Kraftwerk so wieder betriebsbereit. So werden die Stromüberschüsse für die Zeiten des Bedarfs gespeichert.

 

Bis zur Umsetzung könnte es noch mehr als fünf Jahre dauern, über die Leistung und die Kosten ist bislang noch nichts bekannt. Aber zweifellos handelt es sich um einen handfesten Beweis dafür, wie kreativ Forscher das Problem der Zwischenspeicherung von Ökostrom lösen möchten.
 

Quelle: Reuters: Belgium plans artificial island to store wind power

geändert am 07.07.2015