Video: Hubert Fechner über den Wandel des Energiesystems

Hubert Fechner; Foto: ÖKOBÜRO

Europas Energiewende verändert die Welt.

 

Wie vermeiden wir, dass zusätzliche Stromleitungen die einzige Antwort der Netzbetreiber auf die benötigten Transportkapazitäten bilden? Welche technischen und organisatorischen Lösungen holen mehr als bisher aus der vorhandenen Infrastruktur heraus? Wie binden wir die Öffentlichkeit so ein, dass der Umbau des Stromsystems allgemein akzeptiert wird? Diese Fragen beschäftigten uns auf der ÖKOBÜRO-Konferenz "Ein neues Stromsystem für die Energiewende". Der Leitgedanke dieser Veranstaltung war es, Netzbetreiber, Ökostrombetreiber, Industrie, Verwaltung, Politik und Umwelt-NGOs sowie Bürgerinitiativen zusammen zu bringen. Der Austausch ihrer jeweils sehr unterschiedlichen Probleme und Standpunkte sollte neue Perspektiven eröffnen und damit ein größeres Verständnis für die Probleme und Vorstellungen anderer Gruppierungen generieren. Denn durch dieses gegenseitige Verständnis können künftig Konflikte vermieden und so der Weg in eine nachhaltige und ökologische Stromzukunft erleichtert werden.

 

In seiner Keynote beschreibt Hubert Fechner, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energie der FH Technikum Wien, wie die Energiewende unser Energiesystem verändern werde. Laut Fechner seien Windkraft und Photovoltaik europaweit die am raschesten wachsenden Stromerzeugungsmethoden. Angela Merkel hätte hingegen 1994 als damalige Umweltministerin prophezeit, dass Sonne, Wind und Wasser nie mehr als 4 Prozent des deutschen Strombedarfs decken könnten. Dieser Aussage von vor 20 Jahren stellte Fechner das neue Ziel der deutschen Bundesregierung gegenüber: 80 % Ökostrom bis 2050. Dass dieses Ziel erreichbar ist, belegte er gleich im Anschluss: Am 16. Juni 2013 hätten deutsche Windkraft- und Photovoltaikanlagen 61 % des landesweiten Bedarfs produziert -- die gleiche Menge, die etwa 25 Atomkraftwerke erzeugt hätten. Dass die Europäische Energiewende auch dann Sinn macht, wenn 90 % der globalen Klimagase anderswo in die Athmosphäre gepumtpt werden, steht für Fechner außer Frage. Denn durch das europäische Voranschreiten entwicklen sich die Ökostrom-Technologien rasant weiter, werden billiger und verbreiten sich so über die Welt. Zudem lieferte Fechner einen Seitenhieb Richtung der Ansinnen, Wettbewerb in die Förderung der Erneuerbaren zu bringen: Europaweit würden Atomkraft und fossile Energieträger dreimal so stark gefördert wie Erneuerbare.

 

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Die Folien zu dem Vortrag als Download.

Weitere Videos von der ÖKOBÜRO-Konferenz "Ein neues Stromsystem für die Energiewende"

Schriftliche Zusammenfassung von der ÖKOBÜRO-Konferenz "Ein neues Stromsystem für die Energiewende"

geändert am 13.08.2015