Gemeinsam für Artenschutz in Österreich und Deutschland
Als länderübergreifendes EU-LIFE-Projekt setzt sich wildLIFEcrime aktiv für den Schutz von Wildtieren in Deutschland und Österreich ein. Denn illegale Wildtierverfolgung ist auch bei uns in Österreich und Deutschland ein bestehendes Problem. Bedrohte und geschützte Arten sind immer wieder Opfer illegaler Verfolgung und Praktiken wie Abschießen, Fangen und Vergiften. Im "wildLIFEcrime"-Projekt arbeitet ein Zusammenschluss von staatlichen Organisationen (z. B. das Bundeskriminalamt in Österreich), Universitäten und NGOs in den beiden Projektländern Österreich und Deutschland eng zusammen, mit dem Ziel, die Verfolgung von Wildtierkriminalität zu verbessern.
Das interdisziplinäre Projektkonsortium ermöglicht die Arbeit von der Meldung bis zum Gerichtsverfahren: So umfasst die Projekttätigkeit unter anderem die Verbesserung der Meldezahlen tot aufgefundener geschützter Wildtiere durch die Einrichtung einer Meldeplattform, die Durchführung kostenloser forensischer Kadaveruntersuchungen, die Vornahme von präventiven Polizeistreifen bis hin zur Analyse von Strafakten und der Ausarbeitung juristischer Empfehlungen. ÖKOBÜRO ist für die juristischen Aspekte im Projektland Österreich verantwortlich.
Innerhalb der beiden Projektländer wurden insgesamt sechs Fokusregionen ausgewiesen, in denen die Entwicklung neun gefährdeter Spezies genauer verfolgt wird: Bär, Wolf, Luchs, Otter, Biber, Seeadler, Kaiseradler, Rotmilan und Rohrweihe.
Wildtierkriminalität bedroht die schwindende Biodiversität in der EU und ohnehin gefährdete Arten zusätzlich. Besonders häufig erleben wir Wildtierkriminalität dort, wo Menschen und wieder angesiedelte Tiere nach Jahrzehnten wieder aufeinandertreffen und Konflikte entstehen. Um dem entgegenzusteuern, fokussieren wir uns in diesem Projekt besonders auf die Prävention von Wildtierkriminalität, eine verbesserte Kooperation zwischen unterstützenden NGOs und staatlichen Behörden, die sachgemäße Anzeige von Wildtierkriminalitätsdelikten sowie auf die Förderung einer effizienten Strafverfolgung und angemessener Gerichtsprozesse. Die besondere Stärke des Projektes zeigt sich daher darin, dass stets die gesamte Strafverfolgungskette mitgedacht wird.
Das Projekt startete am 1. September 2023 und endet im September 2028. In der ersten Hälfte des Projekts wurden etwa eine Studie zu Wildtierkriminalität, ein Leitfaden für die Strafverfolgungspraxis und Empfehlungen zur effektiven Verfolgung von Wildtierkriminalität erarbeitet. Diese beleuchten unter anderem die Bedeutung von access to justice in Strafverfahren, das Verhältnis zwischen Verwaltungs- und gerichtlichem Strafrecht und das damit einhergehende Doppelbestrafungsverbot, sowie praktisch besonders sinnvolle Ermittlungsmaßnahmen. Die zweite Hälfte des Projekts befasst sich mit der Aktenanalyse realer Strafverfahren um Stolpersteine sowie hilfreiche Ansätze der aktuellen Strafverfolgung zu ermitteln. Den Abschluss des Projekts bildet zuletzt die Vermittlung des gesammelten Wissens zur Wildtierkriminalität im Rahmen einer Schulungsreihe speziell für Staatsanwält:innen und Richter:innen, in der die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Projekt mit der Strafverfolgungspraxis geteilt werden.
Hinweise zu Verdachtsfällen können über die Projektseite anonym gemeldet werden.
Kontaktperson für das wildLIFEcrime-Projekt bei ÖKOBÜRO ist Marlene Schaffer. Bei Fragen wenden Sie sich an marlene.schaffer@oekobuero.at.
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